Trotz hochsommerlicher Temperaturen von rund 37 Grad wurde der erste Bunte Familiennachmittag der Vogel- und Naturschutzgruppe Bleichenbach e. V. zu einem schönen Erlebnis für Kinder, Eltern und Vereinsmitglieder. 14 Kinder nahmen die verschiedenen Spiel-, Geschicklichkeits- und Kreativangebote auf dem Hof der Alten Schule mit Begeisterung an.
Eine Idee wird Wirklichkeit
Am Samstag, 15. August 2026, verwandelte sich der Hof der Alten Schule in Bleichenbach in einen kleinen Spiel- und Erlebnisplatz. Die Vogel- und Naturschutzgruppe Bleichenbach hatte erstmals zu einem Bunten Familiennachmittag eingeladen.
Hauptverantwortlicher und Organisator der Veranstaltung war Kai Dönges vom Vorstand. Die Idee für den Familiennachmittag war entstanden, um den Verein wieder stärker ins Gespräch zu bringen und insbesondere Familien mit Kindern anzusprechen.
Pünktlich um 14 Uhr begrüßte Dönges die Gäste mit einer kurzen und bewusst lockeren Ansprache und erklärte dabei auch, was hinter der neuen Veranstaltung steckt.
„Mir war wichtig, dass wir als Verein wieder stärker auf die Menschen zugehen und gerade Familien die Möglichkeit geben, uns ganz ungezwungen kennenzulernen. Vereinsleben und Naturschutz sollen nicht nur Arbeit bedeuten. Es geht auch darum, gemeinsam etwas zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Dass ausgerechnet für diesen Samstag Temperaturen von rund 37 Grad vorhergesagt waren, ließ sich bei der Planung natürlich nicht absehen. Umso erfreulicher war es, dass 14 Kinder mit ihren Familien den Weg zur Alten Schule fanden.
„Natürlich hätte ich mir nach der ganzen Vorbereitung noch mehr Familien gewünscht. Aber bei 37 Grad muss man realistisch sein. Umso mehr habe ich mich über jedes Kind und jede Familie gefreut, die gekommen sind“, so Dönges.
Spielen statt Leistungsdruck
Für die Kinder waren auf dem Hof verschiedene Stationen vorbereitet worden. Dabei stand von Anfang an fest: Es sollte keinen Leistungsdruck und keine Rangliste geben. Mitmachen, ausprobieren und Spaß haben waren wichtiger als Punkte oder Bestzeiten.
Beim Wikingerschach kam deshalb eine besonders einfache Kindervariante zum Einsatz. Die Holzklötze wurden in einer Reihe aufgestellt und die Kinder versuchten, sie mit den Wurfhölzern zu Fall zu bringen.
Auch beim Cornhole war Treffsicherheit gefragt. Die kleinen Wurfsäckchen mussten möglichst geschickt auf das Spielbrett beziehungsweise durch dessen Öffnung geworfen werden.
Zur kleinen Natur-Olympiade gehörte außerdem das Zapfenwerfen. Hier dienten Zapfen als Wurfmaterial und Zinkeimer als Ziele.
Wasser marsch beim Zielguss
Ein ruhiges Händchen benötigten die Kinder beim Zielguss. Mit einer Gießkanne galt es, möglichst viel Wasser in eine alte Milchkanne zu befördern.
Dabei hatten sich die Organisatoren auch Gedanken darüber gemacht, wie möglichst wenig Wasser verschwendet wird. Die Milchkanne wurde deshalb in einen großen Speiskübel gestellt. Wasser, das beim Zielen danebenlief, wurde darin aufgefangen.
Nach Ende der Veranstaltung bekam es noch eine sinnvolle Verwendung: Beim Abbau wurden mit dem aufgefangenen Wasser die Beete an der Alten Schule gegossen.
So wurde aus einer Spielstation ganz nebenbei auch ein kleines Beispiel dafür, wie sich Ressourcen weiterverwenden lassen.
Mit der Kartoffel durch den Natur-Parcours
Besonders abwechslungsreich war der Kartoffellauf-Parcours. Statt des klassischen Eis wurde eine Kartoffel auf einem Löffel balanciert.

Zunächst ging es durch einen Slalom. Anschließend warteten fünf ausgelegte Baumscheiben, die als kleine „Natur-Inseln“ dienten und nacheinander betreten werden mussten.
Danach musste ein Birkenast überwunden werden, der auf zwei Holzscheiten lag. Zum Abschluss wurde noch ein Baumstumpf umrundet, bevor das Ziel erreicht war.
Fiel die Kartoffel unterwegs herunter, war das kein Problem: aufheben, wieder auf den Löffel legen und weitermachen.
Aus Kieselsteinen werden Glückssteine
Etwas ruhiger, aber nicht weniger beliebt ging es an der Kreativ- und Bastelstation zu.
Hier konnten die Kinder flache Kieselsteine mit Acrylfarben bemalen und daraus ihre ganz persönlichen Glückssteine gestalten. Auch Holzscheiben standen zum Bemalen bereit.
So entstanden im Laufe des Nachmittags viele kleine Kunstwerke, die selbstverständlich als Erinnerung mit nach Hause genommen werden durften.
Mit dem Laufzettel von Station zu Station
Damit die Kinder den Überblick über die verschiedenen Angebote behielten, erhielt jedes einen eigenen Laufzettel.
Nach einer absolvierten Station wurde diese bestätigt. Dabei ging es ausdrücklich nicht darum, wer zuerst fertig war oder die meisten Punkte erzielt hatte. Jedes Kind konnte die Aufgaben im eigenen Tempo ausprobieren.
Wer die Stationen gemeistert hatte, durfte sich anschließend über entsprechende Urkunden freuen. Zusätzlich gab es als kleine Überraschung Gummibärchen.
„Genau solche Angebote brauchen wir“
Auch Gundolf Eichenauer vom Vorstand zog eine positive Bilanz. Für ihn zeigte der Nachmittag, dass sich die klassische Naturschutzarbeit und familienorientierte Angebote sehr gut ergänzen können.
„Naturschutz lebt davon, dass Menschen mitmachen. Wenn Kinder bei so einer Veranstaltung Spaß haben und ihre Eltern dabei gleichzeitig unseren Verein kennenlernen, ist schon viel erreicht. Solche Angebote sollten wir weiterentwickeln.“
Ähnlich sieht es Stefan Leiß vom Vorstand. Für ihn ist besonders wichtig, dass ein Verein im Ort präsent und für die Menschen ansprechbar bleibt.
„Wir haben viele klassische Aufgaben im Vogel- und Naturschutz. Aber genauso wichtig ist es, als Verein sichtbar zu sein. Heute konnten die Familien einfach vorbeikommen, mit uns reden und gemeinsam einen schönen Nachmittag verbringen. Genau das gehört für mich zu einem lebendigen Vereinsleben.“
Kaffee, Kuchen und ein besonders heißer Platz am Grill
Zu einem Familiennachmittag gehört natürlich auch das leibliche Wohl.
Am Nachmittag standen hausgemachter Kuchen und Kaffee bereit. Dazu gab es kalte Getränke. Wer etwas Herzhaftes bevorzugte, konnte sich eine regionale Grillbratwurst mit original Vogelsberger Bauernbrot schmecken lassen.

Um diesen Bereich kümmerten sich hauptsächlich Angelika und Mike Heinemann vom Vorstand. Angelika war insbesondere beim Kuchenbuffet und in der Küche im Einsatz, während Mike am Grill stand.
Bei ohnehin schon rund 37 Grad Außentemperatur dürfte der Grill damit einer der heißesten Arbeitsplätze des gesamten Nachmittags gewesen sein.
Angelika und Mike freuten sich vor allem darüber, dass viele Besucher nicht nur wegen der Spielstationen kamen, sondern anschließend zusammensaßen und miteinander ins Gespräch kamen.
„Genau diese gemütliche Atmosphäre gehört für uns dazu. Die Kinder haben ihre Spiele und die Erwachsenen können bei Kaffee, Kuchen oder einer Bratwurst zusammensitzen. So entsteht Gemeinschaft.“
Und Mike konnte seinem Einsatz am Grill trotz der Temperaturen noch eine humorvolle Seite abgewinnen:
„Bei 37 Grad braucht man am Grill eigentlich keine zusätzliche Heizung mehr. Aber wenn es den Leuten schmeckt, macht man das gerne.“
Schattenplätze waren besonders begehrt
Die große Hitze bestimmte natürlich den gesamten Nachmittag. Die schattigen Plätze unter den Bäumen und am Gebäude waren entsprechend begehrt.
Trotzdem ließen sich die Kinder ihre Freude an den Stationen nicht nehmen. Zwischendurch wurde getrunken, eine Pause im Schatten eingelegt – und anschließend ging es weiter.
Für die Verantwortlichen liegt deshalb die Vermutung nahe, dass die extreme Wetterlage einige Familien von einem Besuch abgehalten haben könnte. Bei einer möglichen Neuauflage soll deshalb auch über den Zeitpunkt der Veranstaltung nachgedacht werden.
Die Stimmung unter den anwesenden Familien wurde dadurch jedoch nicht getrübt. Im Gegenteil: Viele blieben länger, als es für einen kurzen Besuch notwendig gewesen wäre.
Vier Mütter mit einem besonderen Wunsch
Eine Rückmeldung blieb Kai Dönges am Ende des Nachmittags besonders in Erinnerung.
Einige Mütter verabschiedeten sich persönlich bei ihm und äußerten den Wunsch, dass die Vogel- und Naturschutzgruppe den Familiennachmittag im kommenden Jahr wiederholen solle. Sie würden gerne wiederkommen.
Für den Organisator war das ein besonderer Moment.
„Das war für mich eigentlich das schönste Kompliment des ganzen Tages. Wenn Eltern beim Verabschieden schon sagen, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen möchten, dann weiß man, dass sich die ganze Vorbereitung gelohnt hat.“
Gerade mit Blick auf die Zukunft der Vogel- und Naturschutzgruppe sieht Dönges solche Veranstaltungen als wichtigen Baustein.
„Wir müssen unseren Verein langfristig verjüngen. Das funktioniert nur, wenn wir Familien erreichen und Kinder schon früh erleben, dass Natur, Gemeinschaft und Vereinsleben Spaß machen können. Vielleicht bleibt von so einem Nachmittag bei dem einen oder anderen etwas hängen.“
Dabei gehe es nicht darum, bei einer einzelnen Veranstaltung sofort neue Mitglieder zu gewinnen. Viel wichtiger sei zunächst, Berührungsängste abzubauen und zu zeigen, wer hinter dem Verein steht.
„Wenn die Menschen uns kennen, mit uns gesprochen haben und gerne wiederkommen, haben wir schon sehr viel erreicht.“
Mehr helfende Hände beim nächsten Mal
Bei aller Freude über die gelungene Premiere gab es für den Vorstand auch einige Erkenntnisse für eine mögliche Wiederholung.
Eine davon ist eindeutig: Beim nächsten Mal werden mehr Helferinnen und Helfer benötigt.
Bereits am Vormittag musste aufgebaut werden. Pavillons, Tische und Bänke wurden aufgestellt, die einzelnen Spielstationen vorbereitet und Grill, Küche, Kuchenbuffet und Getränkestand eingerichtet.
Während der Veranstaltung mussten die Stationen betreut, Gäste versorgt und organisatorische Fragen geklärt werden. Nachdem die letzten Besucher gegangen waren, folgte schließlich noch der komplette Abbau.
Umso erfreulicher war die spontane und unkomplizierte Unterstützung von Dominik und Insa Paul vom TSG 1864 Bleichenbach e. V.. Beide kamen zum Familiennachmittag und sprangen kurzfristig gerne als Helfer ein. Für die Vogel- und Naturschutzgruppe war diese Unterstützung nicht nur eine willkommene Entlastung, sondern auch ein schönes Beispiel dafür, wie vereinsübergreifende Zusammenarbeit und Gemeinschaft in Bleichenbach funktionieren können.
„Dass Dominik und Insa so spontan mit angepackt haben, hat mich wirklich gefreut. Genau dieses unkomplizierte Miteinander unter den Bleichenbacher Vereinen wünsche ich mir“, so Organisator Kai Dönges.
Mit zusätzlichen Helfern könnten die Aufgaben bei einer Neuauflage besser verteilt werden und auch die Helfer selbst hätten zwischendurch Gelegenheit für eine Pause.
Ein Nachmittag, der Mut zur Wiederholung macht
Gundolf Eichenauer, Stefan Leiß, Angelika und Mike Heinemann sowie Kai Dönges vom Vorstand waren sich am Ende darin einig, dass sich der Einsatz gelohnt hat.
Die Premiere hat gezeigt, was gut funktioniert hat – und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen für eine mögliche Neuauflage geliefert.
Für Kai Dönges steht dabei nicht allein die Zahl der Besucher im Vordergrund:
„Natürlich schaut man am Anfang auf die Besucherzahl. Aber am Ende ist für mich etwas anderes wichtiger: Hatten die Kinder Spaß? Haben sich die Familien wohlgefühlt? Sind wir miteinander ins Gespräch gekommen? Und möchten die Menschen wiederkommen? Diese Fragen kann ich nach diesem Nachmittag mit Ja beantworten.“
So bleibt trotz der außergewöhnlichen Hitze vor allem die Erinnerung an Kinder, die geworfen, gezielt, balanciert und gemalt haben, an viele Gespräche und an einen Nachmittag, an dem die Alte Schule einmal mehr zu einem Ort der Begegnung wurde.
Danke an alle, die mitgemacht haben
Ein besonderer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die bei den Vorbereitungen, beim Aufbau, an den Spielstationen, am Kuchenbuffet, in der Küche, am Grill und Getränkestand sowie beim anschließenden Abbau mit angepackt haben.
Ebenso bedankt sich die Vogel- und Naturschutzgruppe bei allen Familien, die trotz der hochsommerlichen Temperaturen den Weg zur Alten Schule gefunden haben.
Und nachdem einige Besucher die entscheidende Frage bereits beim Abschied gestellt haben, dürfte eines sicher sein:
Über eine Wiederholung des Bunten Familiennachmittags wird zu sprechen sein.
Vielleicht war der 15. August 2026 also nicht nur die Premiere, sondern der Beginn einer neuen Bleichenbacher Tradition.
Impressionen vom Familiennachmittag








Vogel- und Naturschutzgruppe Bleichenbach e. V.
Weitere Informationen über unsere Arbeit und unseren Verein:
Kontakt: vogelschutz@bleichenbach.de
Instagram: @vns_bleichenbach
Internet: https://vogelschutz.bleichenbach.de
