Die Geschichte von Wichteline Linnea, der Storchfreundin

Am Rand der großen Wiese, dort, wo die Bleiche unter der alten Eselsbrücke hindurchfließt, lebt Wichteline Linnea, die Freundin des Storches.

Die Brücke ist älter, als sich die meisten Menschen erinnern können. Schon vor vielen Jahren zogen hier Esel und Fuhrleute über die Brücke. Linnea kennt jeden Stein und nennt sie liebevoll ihre Lieblingsbrücke.

Viele glauben, die Eselsbrücke stehe einfach nur dort. Doch die Kinder wissen es besser. Jede Nacht schaut Wichteline Linnea nach den alten Steinen. Sie hört dem Wasser zu, sammelt kleine Äste vom Weg und passt auf, dass die Geschichten der Brücke nicht verloren gehen.

Linnea ist klein und zierlich, mit goldenem Haar, das sie zu einem Zopf bindet, wenn sie am Wasser arbeitet. Sie trägt ein Kleid aus Schilf und Wollgras, und über ihren Schultern liegt ein Schal aus weichem Federflaum, den sie aus den weißen Federn gefertigt hat, die ihr bester Freund Sigi, der Storch, jedes Jahr beim Federwechsel verliert.

Ihr Glücksstein ist weiß oder hellblau und mit einer kleinen Feder bemalt.

Linneas Zuhause im Apfelbaum

Nicht weit von der Brücke entfernt, neben einer Ruhebank, wächst ein uralter Apfelbaum.

Am Fuß des Baumes entdeckt man eine winzige Tür und daneben ein kleines Fenster. Dort hat Linnea ihre Wichtelwohnung.

Hinter der kleinen Tür befindet sich ein gemütliches Zimmer mit einem Bett aus Moos, einem Tisch aus Eichelhüten und kleinen Regalen voller Federn, Steine und anderer Naturschätze.

Von ihrem Platz aus hört sie das Plätschern der Bleiche, sieht Libellen tanzen und Wasserläufer über die Oberfläche huschen. Hier fühlt sie sich zu Hause, ruhig, geborgen und mitten in der Natur.

Jeden Morgen, wenn die Sonne aufgeht, kommt Sigi, der Storch, den Bach entlanggestapft. Er klappert fröhlich mit seinem Schnabel, und Linnea schaut aus ihrem kleinen Fenster im Apfelbaum und winkt ihm zu.

Dann frühstücken sie gemeinsam. Linnea nascht Honigtau und Beeren, während Sigi im klaren Wasser nach kleinen Fischen sucht.

Freundschaft über Himmel und Wasser

Linnea versteht die Sprache der Vögel. Sie weiß, wann der Wind Sigi nach Süden ruft und wann der Frühling ihn wieder zurückbringt.

Wenn der Herbst kommt, hilft sie ihm, frisches Gras und weiche Halme für das Nest zu sammeln. Und wenn Sigi im Frühling zurückkehrt, freut sie sich so sehr, dass sie barfuß über die Eselsbrücke tanzt und lacht, während Sigi hoch über ihr kreist.

Manchmal sitzt sie am Abend auf einem der warmen Brückensteine und erzählt Sigi Geschichten von den Kindern, die tagsüber an der Bleiche gespielt haben. Dann klappert Sigi leise mit seinem Schnabel, als würde er jedes Wort verstehen.

Ein Gruß vom Himmel

Manchmal, wenn Kinder an der Bleiche spazieren gehen, entdecken sie eine weiße Feder, die sanft im Wind schwebt.

Dann war Linnea bestimmt in der Nähe. Vielleicht hat sie gerade mit Sigi gesprochen, vielleicht die Eselsbrücke besucht oder ihm einen guten Flug gewünscht.

Und wer ganz genau hinsieht, entdeckt vielleicht am Apfelbaum eine winzige Tür oder am Ufer einen kleinen hellblauen Stein mit einer Feder darauf.

Dann weiß man:

Wichteline Linnea passt noch immer auf die Bleiche, die Eselsbrücke und ihre Störche auf.

👉 Aufgabe für Kinder:
Hast du eine Feder gefunden? Dann überlege, welche Geschichte sie erzählen könnte.

Vielleicht stammt sie aus Sigis Nest. Halte sie kurz über deinen Stein und denke an Linnea und Sigi. Vielleicht spürst du dabei ein kleines bisschen Wichtelzauber.

Wichteline Linnea steht am Bach unter einer Weide und winkt einem Storch auf der Brücke zu.
Illustration von Wichteline Linnea mit Storch Sigi am Bach

Die Geschichte von Wichteline Linnea wurde erdacht von
Kai Dönges
Die Illustration entstand aus seiner Idee mit Unterstützung künstlicher Intelligenz.
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